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Einführung
Das Ziel von Tai Chi ist die Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Körper und Geist, um eine ausgeglichene Harmonie zu erreichen.
Tai Chi Tao ist das Mittel zur bewussten und dennoch natürlichen Beschäftigung mit unserem Körper und Geist. Durch die Konzentration auf die Bewegungen unseres Körpers geben
wir unserem Geist Ruhe. Alle Gedanken werden zur Ruhe kommen. Dies hat auf lange Sicht wieder positive Einflüsse auf unseren Körper. Durch die Bewegungen werden die Organe stimuliert, so optimal wie möglich zu
funktionieren. Mögliche Blockaden in unserem Körper werden hierdurch aufgehoben. Die Meridiane lassen die Energie durchströmen, was den Organen zugute kommt. Je besser unser Körper funktioniert, desto ruhiger wird
unser Geist sein. Wenn Körper und Geist gut funktionieren kommen wir innerlich zur Ruhe.
Tai Chi- Bewegungen
Sie erlernen in einem einwöchigen Tai Chi Kurs verschiedene Bewegungsübungen.
Wir werden in dieser Woche die erste Form des Fünf-Elemente- Zyklus ausführen. Diese Form besteht aus Bewegungen, die mit den fünf Elementen Wasser, Feuer, Erde und Metall
korrespondieren. Jedes Element korrespondiert wiederum mit zwei Organen. Zum Beispiel korrespondiert das Element „Feuer“ mit den Organen Herz und Dünndarm. Durch die „Feuer“-Bewegung kann man eine eventuell
bestehende Blockade in den Organen Herz und Dünndarm aufheben. Durch das regelmäßige Ausüben der Fünf-Elemente-Form kann man die Organe zu optimaler Funktion stimulieren.
Führen Sie die Bewegungen aus ohne dabei nach zu denken. Lassen Sie Ihre Gedanken frei und lassen Sie Ihren Körper „sprechen“.
Es ist nicht wichtig, die Bewegungen perfekt auszuführen. Viel wichtiger ist es, dass Sie die Bewegungen mit Konzentration und Liebe für Ihren Körper und Geist ausüben. Wenn Sie
sich bei den Bewegungen wohl fühlen und sich Ihr Körper harmonisch bewegt, dann sind die Bewegungen wie selbstverständlich geschmeidig und empfinden Sie dies auch als anmutig.
Vergleichen Sie sich nicht mit mir als Dozentin oder mit anderen Kursteilnehmern. Der Vergleich mit anderen oder die Beschäftigung damit, es perfekt machen zu wollen fordert enorm
viel Energie. Es ist nicht unsere Absicht miteinander zu wetteifern sondern unsere gemeinsame Aktivität zu genießen. Wenn Sie diesen Gedanken mit anderen teilen können, dann wirkt dies stimulierend auf Sie selbst
und die anderen Kursteilnehmer. Auf diese Art empfangen Sie Energie statt Energie zu verbrauchen.
Wenn Sie eine Übung nicht ausführen können oder dabei Schmerzen fühlen, dann ist es vernünftig, diese Übung abzubrechen oder weniger intensiv auszuführen. Machen Sie die
Bewegungen kleiner, machen Sie kleinere Schritte oder ruhen Sie sich ein wenig aus. Nehmen Sie sich einen Stuhl zu Hilfe, wenn Sie dies für erforderlich halten. Die Übungen können auch sitzend ausgeführt werden. Es
ist nicht notwendig, dass Sie Ihren Körper Schmerzen leiden lassen. Jeder einzelne bestimmt selbst, wie weit er/sie gehen kann. Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihre eigenen Grenzen festlegen.
Warum machen wir diese Bewegungen? Wozu dienen die Bewegungen? Wie lange dauert es bis ich die Bewegungen ebenso geschmeidig ausführen kann wie Sie?
Dies sind Fragen, die Kursteilnehmer nach der ersten Unterrichtsstunde häufig stellen.
Viele Teilnehmer sind darauf fixiert zu erfahren, wie die Bewegungen perfekt ausgeführt werden müssen. Oder sie wollen wissen warum und wozu bestimmte Bewegungen gemacht werden.
Zuerst muss dem Teilnehmer eine gewisse Logik erkennbar sein, um die Bewegungen ausführen zu können. Dies ist die westliche Art des Denkens.
Mit Tai Chi Tao wird versucht, mehr zu fühlen als zu denken. Viele von uns haben im Laufe der Jahre verlernt, auf den Körper zu hören. Oft werden Signale wie Rückenschmerzen,
Kopfschmerzen, Bauchschmerzen vom Körper abgegeben und dennoch negiert. Allerlei Umstände und Gründe werden angeführt, um trotz Schmerzen weiter zu machen. Dies hat auf lange Sicht zur Folge, dass Blockaden im
Körper entstehen und die Schmerzen chronisch werden.
Durch Tai Chi Tao versuchen wir, die Signale wieder zu erkennen und darauf zu reagieren.
Weich und Hart
Die Kraft des Taichi kann mit feinen stählernen Sprungfedern verglichen werden. Sprungfedern sind geschmeidig aber dennoch stark, beweglich aber dennoch kräftig. Um
Eisenerz zu Sprungfedern zu verfeinern muss das Erz zunächst geschmolzen und verflüssigt werden bis alle Verunreinigungen entfernt sind. Auf die selbe Art muss TaiChi erlernt werden, um zu entspannen und in allen
Gelenken geschmeidig zu werden bis alle unnötige Spannung abgebaut und die Steifheit aus den Bewegungen verschwunden ist. Auf diese Weise werden Sie stark aber dennoch geschmeidig, mit sanfter Außenhülle und
kräftigem Kern, wie Stahl eingefasst in Wolle. Das ist wahre Kraft, das Gleichgewicht von Yin und Yang.
Aus einem Zustand innerer Harmonie entsteht die schlichte natürliche Bewegung des Tai Chi. In einem Zustand mentaler Ruhe werden wir nicht mehr so leicht aus der Fassung gebracht
oder gestört. Dies ist auch im täglichen Leben von wesentlicher Bedeutung, sei es im beruflichen Alltag oder in allgemeinen Konfliktsituationen. Durch eine Überreaktion und eine exzessive oder unnötige Aktion als
Rückwirkung auf die Handlung eines anderen, bringen wir uns oftmals in eine nachteilige Position. Das Basisprinzip des Tai Chi ist: lernen, wie man grundsätzlich entspannt, ruhig und bei klarem Verstand sein kann,
unabhängig davon, ob man Tai Chi ausübt oder sich in einer anderen Lebenssituation befindet.
Prinzipien des Tai Chi
Die grundlegenden Prinzipien der Ausübung der Tai Chi-Kunst sind: Entspannung, Konzentration, Meditation, Harmonie und Atmung. Sie sollten sich dieser Prinzipien bewusst
sein, wenn Sie die Bewegungen ausführen.
Entspannung
Seien Sie sanft und nachgiebig. Üben Sie keine Kraft aus.
Stellen Sie sich vor, Sie wollen einen sehr schweren Karton anheben, der vor Ihnen auf dem Tisch steht. Stellen Sie sich die Handlung vor, aber achten Sie gleichzeitig
darauf wie sich Ihr Körper anfühlt. Auch wenn Sie in Wirklichkeit nichts getan haben, spannten Sie wahrscheinlich Ihre Muskeln. Vielleicht atmeten Sie schneller und hielten den Atem an, wobei Sie den Brustkorb
spannten. Wenn Sie Ihren Blutdruck hätten messen können, hätten Sie wahrscheinlich festgestellt, dass dieser etwas anstieg und dass Ihr Herzschlag zunahm.
Stellen Sie sich nun vor, dass Ihr Körper immer leichter wird. Zuerst scheint Ihr Kopf nach oben zu steigen, dann hebt sich Ihr Körper beinahe vom Boden ab. Konzentrieren Sie sich
ca. eine Minute auf dieses Bild.
Höchstwahrscheinlich entspannen sich Ihre Muskeln. Ihre Atmung vertieft sich, wird regelmäßig und stabil. Vielleicht hat sich sogar die Atemfrequenz verringert. Also ein ganz
anderes Szenario, obwohl Ihr Körper doch viel schwerer ist als der Karton, den Sie sich vorgestellt haben. In beiden Beispielen stellten Sie sich vor, dass Sie einen schweren Körper bewegen. In dem einen Fall
dachten Sie an Muskelkraft und waren angespannt, im anderen Fall entspannten Sie sich und ließen etwas geschehen. Wenn Sie Tai Chi ausüben, wählen Sie das sanfte Herangehen. Lassen Sie die Bewegungen geschehen. Bei
Tai Chi müssen Sie die Bewegungen entstehen lassen statt den Körper zu Bewegungen zu zwingen. Die Chinesen haben viele Bezeichnungen, um die Bewegung von Tai Chi zu beschreiben. Es ist für Sie wie das „Reiten auf
dem Wind“ oder „die Kunst eines durch den Wind bewegten Zweiges“.
Konzentration
Lassen Sie den Geist die Bewegung führen.
Wie wir in den vorangegangenen Beispielen sehen konnten ist eine Aufgabe einfacher zu bewältigen, wenn man sich entspannt, aber sich auch vorstellt dass man die Aufgabe meistert-
der Schlüssel zum Geheimnis ist, dass man Dinge geschehen lässt, statt sie zu erzwingen.
Tan Tien
Tan Tien wird bei den Bewegungen von Tai Chi angewandt und es hilft Ihnen sie angenehm und mit möglichst wenig Anstrengung auszuführen. Konzentration sollten Sie nicht sehen
als „Zähne zusammenbeissen“; das wäre gegen das Prinzip der Entspannung gerichtet. Das Ziel ist es, das innere Geplauder des Geistes zum Schweigen zu bringen, ihn von den täglichen Sorgen und Problemen zu befreien.
Dies erreichen Sie durch die Konzentration Ihrer Gedanken auf die Tai Chi Bewegungen.
Ebenso wie die Konzentration auf die Atmung ist die Visualisierung des Chi-Flusses durch Ihren Körper ein Hilfsmittel, um die Aufmerksamkeit auf die Bewegungen des ganzen
Körpers und die Strömungen im Körper zu richten- Sie kontrollieren den Ablauf.
Denken Sie daran, dass Sie sich die Bewegungen vor dem geistigen Auge vorstellen müssen. Es kommt dabei nicht auf die korrekte Ausführung der Bewegung an. Eine Tai Chi- Bewegung,
die wenig mit der „korrekten“ Bewegung übereinstimmt, aber sanft, langsam, gleichmäßig und in der richtigen Haltung ausgeübt wird, kann einen sehr positiven Einfluss auf Ihre Gesundheit haben. Eine Tai Chi
–Bewegung, die mit der korrekten Position beginnt und endet, und streng nach den vorgegebenen Regeln mit Kraft und Anspannung ausgeführt wird, bietet wahrscheinlich keinen einzigen Vorteil und kann selbst zum
Stressfaktor werden.
Meditation
Meditation ist eigentlich eine der ältesten und meist verbreiteten menschlichen Tätigkeiten. Ob Sie es bewusst wahrnehmen oder nicht, Sie sind wahrscheinlich schon sehr
vertraut mit der „meditativen Stimmung“. Denken Sie nur an Augenblicke in denen Sie sich entspannt fühlen, wenn Ihr Geist weit weg schwebt, angenehme Bilder und Ideen hervorruft und Ihnen in Ihrem tiefsten Inneren
ein gutes Gefühl vermittelt. Sie liegen vielleicht im Gras, schauen in die Luft, sehen Figuren in den Wolken und beobachten wie sie vorbei ziehen. Sie sitzen vielleicht am Strand, betrachten die Bewegungen des
Meeres und hören auf den Klang der Wellen.
Sie fühlen, wie die Sonne auf Ihren Körper scheint; ihre Wärme führt zu einem warmen und behaglichen Gefühl in Ihrem Inneren. Dies alles sind einfache Beispiele
meditativer Stimmungen. Die Erfahrung dieser Augenblicke innerer Ruhe ist von enormer Wichtigkeit für Ihr geistiges und damit auch für Ihr körperliches Wohlbefinden. Das grundlegende Ziel der Meditation ist es, den
denkenden Geist (das innere Geplapper) zum Schweigen zu bringen und das Bewusstsein von der rationalen Haltung zur intuitiven Haltung zu verschieben. Bringen Sie Gleichgewicht zwischen die Bewegungen von Geist,
Körper und Chi.
Wenn Sie ausgeglichen sind und konzentriert auf die Bewegungen, die Sie ausüben, wenn die sanfte, langsame Bewegung ein Spiegel der Visualisierung Ihres Geistes ist und Sie sich
während der Bewegungen wohl fühlen, dann haben Sie den meditativen Zustand erreicht, der erforderlich ist, um Tai Chi auf die richtige Art auszuüben.
Wenn wir angespannt und gestresst sind, haben wir die Neigung uns schnell und unkoordiniert zu bewegen. Das kommt dadurch, dass starke Anspannung die Koordination erschwert.
Wenn wir lernen unsere angespannten Muskeln zu entspannen und die negativen Folgen des Stress aufzuheben, können wir uns in Stress- und Anspannungssituationen geschmeidig und gleichmäßig bewegen. Die Chinesen
sprechen in diesem Fall von einer „seidenartigen“ Bewegung des Körpers. Sie können sich vorstellen, dass Sie einen Seidenfaden vom Kokon einer Seideraupe abwickeln; wenn Sie zu stark ziehen oder unvorsichtig die
Richtung wechseln, bricht der Faden; wenn Sie ruhig an dem Faden ziehen, können Sie die Geschwindigkeit und die Richtung noch verändern, ohne dass der Faden bricht.
Wenn Sie den Faden nicht zerreißen wollen, dann müssen Sie sich in jedem Augenblick über die Art der Bewegung im Klaren sein. Diese wachsame Aufmerksamkeit und Konzentration auf
die Bewegungen bewirkt, dass Sie Ihre Gedanken nicht mehr auf die täglichen Sorgen und Probleme richten. Auf diese Weise wird Stress sowohl körperlich als auch geistig beseitigt. Die Bewegungen des Tai Chi helfen
Ihnen dabei.
Versuchen Sie bei der Ausübung von Tai Chi plötzliche Geschwindigkeits- und Richtungsänderungen zu vermeiden. Während der Ausübung einer Bewegungsform sollten Sie nicht stoppen
sondern nur kreisförmige Bewegungen ausführen. Dafür halten Sie Schultern und Ellbogen nach unten gerichtet und versuchen keinen spitzen Winkel im Ellbogengelenk zu machen. Scheuen Sie nicht davor zurück, für Ihre
Bewegungen ausreichend Raum zu lassen. Je weniger Raum Sie Armen und Händen geben, desto stockender wird die Bewegung verlaufen.
Harmonie
Wenn die Gedanken und Bewegungen übereinstimmen, bekommen Sie die Kraft zu genesen. Durch die Einheit von Körper, Seele und Geist, die Sie mit Tai Chi erreichen, bewirken
Sie Harmonie. Dies ist der Fall, wenn Sie eine Übereinstimmung, eine angenehme Absprache zwischen den unterschiedlichen Teilen Ihres Ich erreichen.
Zur Stimulation der Harmonie in Ihren Bewegungen können Sie dieser Vorstellung in Ihren Tai Chi Übungen folgen:
- Fühlen Sie, wie Ihre Füße in der Erde verwurzelt sind
- Fühlen Sie die Kraft der Bewegung aus Ihren Beinen
- Fühlen Sie die Kraft, die durch Ihre Mitte geleitet wird
- Geben Sie der Kraft Ihrer Hände Ausdruck
Atmung
Atmen sie auf natürliche Weise durch sie Nase in den Bauch. Wenn Ihr Bauch entspannt ist, wird die Ruhe die Oberhand gewinnen.
Für die richtige Ausführung von Tai Chi ist die richtige Atmung von grundlegender Bedeutung. Atmen ist essentiell für das Leben. Sowohl in der christlichen Theologie als
auch bei den Chinesen ist Atmen ein Symbol für das Leben und den Geist. Wenn wir die Luft oder den Geist einatmen, wird diese ein wesentlicher Bestandteil von uns und wir von der Luft- alles Leben ist dadurch
miteinander verbunden.
Bevor Sie eine Tai Chi- Sitzung beginnen, nehmen Sie sich ein wenig Zeit um Ihre Atmung in Einklang zu bringen mit folgenden Prinzipien:
Atmen Sie tief, ohne die Atmung zu forcieren
- Senken Sie das Tempo Ihrer Atmung (ohne Kraftanstrengung)
- Halten Sie Ihren Mund lose geschlossen und atmen Sie durch die Nase ein und aus
Sie sollten eine Serie von Tai Chi Bewegungen erst dann beginnen, wenn Ihre Atmung angenehm entspannt und sanft ist. Wenn Sie eine Serie beginnen, dann denken Sie nicht mehr
an Ihre Atmung sondern lassen Ihren Körper dafür sorgen.
Atmen durch die Nase
Nur wenige Menschen wundern sich, wenn Sie hören, dass wir durch die Nase einatmen sollen statt durch den Mund. Die meisten von uns wissen dass unsere Nase wie ein Filter
wirkt, das die Gefahr einer Infektion verringert. Andere wissen, dass der Körper Zeit hat, die Luft zu erwärmen, wenn sie durch die Nase hereinströmt. Viele wissen nicht, warum wir durch die Nase ausatmen sollen.
Die Nase fungiert als Ventil. Sie können einfach nicht so schnell durch die Nase ausatmen wie durch den Mund. Da die Luftmenge sowohl auf dem Weg nach innen als auch auf dem Weg nach außen durch die gleiche
begrenzte Öffnung strömt, ist die Dauer von Einatmung und Ausatmung gewöhnlich gleich. Wenn wir durch die Nase einatmen und durch den Mund ausatmen dauert die Einatmung viel länger als die Ausatmung. Die Ausatmung
durch den Mund erfolgt auch oftmals eher durch das Zusammenpressen des Brustkorbs als durch die Anhebung des Zwerchfells. Durch die Nase atmen, stimuliert uns länger und tiefer zu atmen. Tai Chi fördert eine
ausgewogene, harmonische Atmung unter Verwendung der Zwerchfells.
Bauchatmung mit dem Zwerchfell
Wenn Sie einmal begonnen haben durch die Nase zu atmen, sollten Sie daran arbeiten, dass Sie mit Ihrem gesamten Zwerchfell atmen, statt nur mit dem Brustkorb; mir anderen
Worten: atmen Sie mit Ihrem gesamten Lungeninhalt, statt nur mit der oberen Teilen.
Zunächst sollten Sie feststellen, ob Sie überhaupt mit dem Zwerchfell atmen. Oft ist dies nicht der Fall, da wir mit zunehmendem Alter die Neigung haben, höher im Brustkorb
zu atmen. Zusätzlich unterliegt das Zwerchfell wie jeder andere Muskel einem gewissen Maß von Stress und wird daher in einem mehr oder weniger statischen Zustand gehalten. Wenn das Zwerchfell funktioniert, wird es
sich beim Einatmen nach unten bewegen. Durch diese Abwärtsbewegung wird der Bauch zusammengedrückt. Dadurch dehnt sich die Bauchwand aus (deshalb sprechen wir von Bauchatmung). Während der Ausatmens steigt das
Zwerchfell nach oben und zieht die Bauchwand wieder zusammen.
Denken Sie an einen wurstförmigen Ballon, der in der Mitte zusammengeschnürt wird. Dabei stellt die eine Seite den Bauchraum und die andere Seite den Brustraum dar. Wenn sie auf
der einen Seite den Druck erhöhen, dann dehnt sich die andere Seite aus.
Es gibt eine sehr einfachen Übung, um die Bauchatmung zu erlernen. Diese können Sie vor dem Schlafen gehen ausführen. Legen Sie sich einfach auf den Rücken, strecken Sie
Arme und Beine und entspannen Sie sich. Es ist gut, wenn Sie weite und locker sitzende Kleidung tragen, die Ihren Bauchbereich frei lassen.
Legen Sie einen Gegenstand, z.B. ein Buch auf Ihren Bauch. Atmen Sie ruhig und so tief wie möglich ein. Atmen Sie dann langsam und gleichmäßig die gesamte Luft durch Ihre
geöffneten Lippen wieder aus. Schließen Sie Ihren Mund wieder und atmen Sie langsam und gleichmäßig durch die Nase wieder ein. Wenn Ihr Bauch sich ausdehnt, sehen Sie wie der Gegenstand sich nach oben bewegt. Sie
können Ihren Kopf auf ein Kissen legen, um zu beobachten, wie sich der Gegenstand mit der Atmung auf und ab bewegt. Diese einfache Übung im Bauchgewicht heben, ist eine gute Art, sich mit den Bauchmuskeln wieder
vertraut zu machen.
Es soll hier noch einmal besonders betont werden, dass Sie während dieser Übung angenehm, regelmäßig und tief atmen. Benutzen Sie keine Kraft und pumpen Sie die Lungen nicht
voll mit Luft; dies kann im Extremfall sogar gesundheitsschädlich sein.
Ein Haus hat Mauern, ein Dach, eine Tür und Fenster
Aber das Ziel ist der Raum im Inneren
Die Oberfläche ist sichtbar
Aber das Wesentliche ist in der Mitte verborgen
Lao Tse
Alte chinesische Texte beschreiben „Tan Tien“ als den besten Ort im Körper. Manchmal wird es auch als “die eine Stelle“ bezeichnet. In Japan kennt man es auch unter der
Bezeichnung „hara“, was einfach „Bauch“ bedeutet.
Mehr als 5000 Jahre alte taoistische Lehren erzählen sehr detailliert, wie Sie mit dem Mittelpunkt von Vitalität und Freude in Berührung kommen und wie Sie diese als Verbindung
mit der kosmischen Kraft „chi“ verwenden können.
Taoismus ist der chinesiche Volksglaube, der den wahren Weg lehrt, das Wort „tao“ bedeutet nämlich „Weg“ oder „Pfad“. Dies ist nicht eine Religion im westlichen Sinne sondern eine
Lebensphilosophie mit religiösen Wurzeln.
Das Tan Tien liegt nach der Lehrmeinung etwas unterhalb des Nabels und zweieinhalb Zentimeter im Körper. Es liegt genau über der Gebärmutter, dem warmen und schützenden Ort an dem
das Leben beginnt. Dieser sichere Ort im Körper der Mutter ist für den Embryo die beste Stelle um zu wachsen. Es liegt auch zwischen vitalen Organen, was eine gute Durchblutung gewährleistet. Auch in der männlichen
Anatomie, in der es ja bekanntermaßen keine Gebärmutter gibt ist dieser Ort das Zentrum für Vitalität. Während der Kopf, die Sinnesorgane und andere äußere Organe ungeschützt und verletzlich sind, ist das Tan Tien
im Bauch ein Heiligtum, ein sicherer Hafen, ein Ort an dem wir uns wohl fühlen können. Wenn wir etwas denken oder tun, das nicht mit unseren tiefsten Gefühlen übereinstimmt bekommen wir sofort ein unangenehmes
Gefühl in unserem Mittelpunkt, Tan Tien.
Dies ist für uns ein Zeichen, dass das was wir in diesem Moment denken oder tun nicht völlig im Einklang mit unserem Inneren ist.
Das Wurzeln
In Tai Chi bedeutet das Wurzeln (Erden) mehr als nur einfach auf dem Boden zu stehen. Wurzeln beginnt mit mentalen, emotionalen und spirituellen Aspekten. Das Erden, das durch Tai
Chi kultiviert wird, kommt in der Stabilität Ihrer Bewegungen zum Ausdruck. Psychisch gesehen manifestiert sich das Erden in einem stabilen Menschen, der ein klares Ziel vor Augen hat und eine beherrschte und klar
ausgerichtete Willenskraft.
Tai Chi ist auch eine Kampfkunst. Die Betonung auf das Erden ist eine der Facetten, die Tai Chi zu einem überragenden Selbstverteidigungssystem gemacht hat. In Tai Chi entstehen
sowohl Kraft als auch Stabilität aus einer guten strukturellen Verbindung mit der Erde. Es ist sehr schwierig, jemanden umzustoßen, der auf Grund einer richtigen Körperstruktur gut geerdet ist. Ein Gegner bekommt
das Gefühl, dass er versucht einen kräftigen Baum mit tiefen Wurzeln umzuwerfen.
Im Tai Chi versuchen Sie immer, in allen Bewegungen eine vollkommene Ausgewogenheit und Stabilität zu erreichen.
Um die optimale Stabilität zu gewährleisten, lernen Sie im Tai Chi das Schwerkraftzentrum niedrig im Körper zu halten, im Tan Tien.
Philosophie und Hintergrundwissen
Die Betrachtung des Hintergrundwissens ist eine typisch westliche Eigenschaft. Wir wollen Erklärungen für die Herkunft der Bewegungen haben, um diese verstehen zu können. Dies ist
nicht notwendig, da wir lernen werden, auf unser Gefühl und nicht auf unseren Verstand zu hören. Dennoch soll nachfolgend ein kleiner Einblick in die Entstehung und die Philosophie des Tai Chi gegeben werden.
Taoismus
Taoismus ist die Philosophie, die Tai Chi am wesentlichsten beeinflusst hat. Taoismus betrachtet das Physische und Spirituelle als unteilbare Aspekte ein und der selben
Wirklichkeit, wobei der Körper als Wurzel dient für die Blüten des Geistes.
Nach Tao können wir alle einen Zustand von Erfüllung und innerem Frieden erreichen. Dies bewirken wir dadurch, dass wir den Charakter der Natur beobachten davon lernen und unser
Leben damit in Einklang bringen. Nach den Gesetzen der Natur ist nichts statisch, sondern alles unterliegt einem fortlaufenden Wandel. Mit der Geburt beginnt ein neuer Kreislauf . Grundsätzlich kann man den Gang der
Natur so betrachten, dass es keinen Anfang und kein Ende gibt. Alle Elemente des natürlichen Kreislaufs stellen eine sich ergänzende oder gegensätzliche Komponente dar. In der asiatischen Philosophie wird dies durch
die Attribute Yin und Yang dargestellt. Die Beispiele aus dem Alltag sind heiß und kalt, Tag und Nacht, männlich und weiblich etc.
Das zweite wesentliche Prinzip ist die taoistische Lehre vom „unbearbeiteten Holzklotz“. Dieser steht als Symbol für die Existenz des Menschen in seinem unberührten Zustand.
Danach wird er durch Familie, Erziehung, Umwelt und die soziale Gemeinschaft verändert. Um die Erfüllung zu erreichen müssen wir wieder rein, jungfräulich, unberührt werden- wie ein „unbearbeiteter Holzklotz“. In
Herz und Seele sollen wir uns nur jeweils für den Weg entscheiden, der mit den Naturgesetzen in Einklang steht. Nur dadurch können wir den Frieden mit uns selbst finden.
Das dritte Prinzip ist die Lehre von wu wei, oder „nicht handeln“. Dies bedeutet nicht, dass wir uns passiv verhalten sollen, oder dass wir unserem Gegenüber nach einem Schlag
auch noch die andere Wange hinhalten sollen. Es bedeutet vielmehr, dass wir viele unnötige Dinge einfach sein lassen und uns nur auf das konzentrieren, was wirklich notwendig ist. Bei der Ausführung einer Sache
sollen wir darauf achten, dass unser Tun in Einklang mit der Natur erfolgt. Das bedeutet auch, dass wir Dinge tun, weil wir sie selbst für wichtig halten und nicht aus hintergründigen Motiven. Das wichtigste bei
dieser Betrachtung ist vielleicht, zu erkennen, an welchem Punkt wir eine Sache beenden müssen, anstatt gegen unser Gefühl weiter zu machen.
Die Taoistischen Prinzipien sind direkt verknüpft mit der Philosophie des Tai Chi. Vor allem die Lehre des Naturismus beeinflusst die Bewegungen beim Tai Chi und sorgt dafür, dass
in jeder Bewegung die Vorstellungen von Sanftheit, Biegsamkeit und „nicht handeln“ angewandt werden. Dies bewirkt, dass der Übende innerlich ruhig und gelassen wird. Er bewegt sich mit der Natur, statt sich dagegen
zu wehren.
Yin und Yang
Die alten chinesischen Philosophen glaubten, dass das Universum am Anfang leer und ohne Grenzen war. Sie nannten diesen Zustand Wu Chi. Aus Wu Chi entwickelte sich die
Bewegung, (yang) und als Gegenpol, Ruhe (Yin). Das Universum wurde durch das Zusammenspiel von yin und yang geschaffen. Der Zustand, der beide Aspekte umfasst hieß Tai Chi. Die Vorstellungen von yin und yang sind
auch ein Mittel, um die Qualitäten und Eigenschaften von Dingen zu verstehen und zu messen. Die gegensätzlichen Aspekte von yin und yang sind
Yin passiv, kalt, weich, dunkel, Mond, Ruhe, weiblich, Wasser, Erde
Yang aktiv, heiß, hart, hell, Sonne, Bewegung, männlich, Feuer, Luft
E ist wichtig zu wissen, dass yin und yang nicht gut oder böse genannt werden. Stattdessen haben sie ein kreative Verhältnis zueinander, beeinflussen und verändern einander.
Das eine kann niemals losgelöst von dem anderen existieren. Diese gegenseitige Abhängigkeit wird durch das Symbol von Tai Chi dargestellt, worin sich ein kleiner Teil von yin in yang befindet und umgekehrt. Yin und
yang kann man sich beispielhaft vorstellen, wie der negative und der positive Pol eines Magneten. Sie sind getrennt und einander gegenüber gestellt aber dennoch Teil des Magneten. Ohne diese Gegensätzlichkeit würde
ein Magnet nicht existieren.
Aus der Wechselwirkung zwischen Yin und Yang sind die fünf Basiselemente entstanden: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Diese Elemente können eine unterstützende und
positiv gegensätzliche Wirkung aufeinander haben, aber sie können auch gegeneinander wirken und sich vernichten. Die fünf Elemente spielen in den Tai Chi Bewegungen eine wichtige Rolle: Sie stehen für Fortschritt
(Metall), Zurücknehmen (Holz), Bewegung nach links (Wasser, Bewegung nach rechts (Feuer) und dem zentralen Gleichgewicht (Erde).
Die Vorstellungen von yin und yang sind die Grundlage der traditionellen chinesischen Heilkunde, die strebt nach einem Gleichgewicht zwischen den beiden Kräften in unserem Körper.
Fünf Elemente
Der Zyklus der fünf Elemente findet seinen Ursprung im Taoismus und den schamanischen Gottesdiensten des alten China. Sowohl die taoistischen als auch die schamanischen Bräuche
betonen nachdrücklich die Harmonie mit der Natur als Lebensstandard und Basis für Rituale. Der Fünf-Elemente-Zyklus stammt wahrscheinlich aus dem 2. oder 3. Jahrtausend vor Christus- dies war die Hochzeit der alten
Ägypter. Aber die ältesten noch erhaltenen Dokumente stammen aus dem dritten und vierten Jahrhundert vor Christus. Sie werden einem Mann namens Tsou Yen zugeschrieben, dessen Arbeit Vorstellungen standardisierte,
die bereits vorher weit verbreitet waren, aber chaotisch interpretiert wurden. Seine Schriften bildeten die Grundlage für den heutzutage verwendeten Fünf-Elemente –Zyklus.
Die fünf Phasen des Tsou Yen- Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser- werden als Kreis abgebildet und geben eine Zusammenfassung der Stadien des Wachstums und des Verfalls wieder,
die jedem Lebensprozess eigen sind. Der durchgehende Charakter des Zyklus kann am Besten in Relation zu dem Wechsel der Jahreszeiten verstanden werden, wobei der üppige Wuchs von Holz übereinstimmt mit dem Frühling,
die Aktivität des Feuers in Verbindung steht mit dem Sommer, die Verwitterung des Metall mit dem Herbst übereinstimmt und die Ruhe des Wassers dem Winter gleicht. Die Übergangsperiode der Erde steht analog zum
Spätsommer.
Der Fünf-Elemente-Zyklus der die Grundlage der chinesischen Heilkunde darstellt ist eigentlich das einfachste Konzept ,das es gibt: Ein Kreislauf. Die Elemente Holz, Feuer, Erde,
Metall und Wasser bilden die Stadien des Kreislaufs.
Der Kreislauf der Fünf-Elemente-Zyklus symbolisiert- genau wie andere Kreisläufe seit dem Beginn aller Zeiten- die Kontinuität des Lebens. Ein Kreislauf ist zeitlos, kennt
keinen Anfang und kein Ende und lässt ein Bild erscheinen vom fortlaufenden Wechsel von Tag und Nacht, vom Umlauf der Planeten, vom Schatten des Mondes, von Tod und Wiedergeburt. In Kulturen auf der ganzen Welt- vom
alten Europa bis Asien, Afrika, Nord- und Südamerika- hat man den Kreislauf in Ritualen und in der Kunst verwendet als Vorstellung des ununterbrochenen und zyklischen Charakters des Lebens.
Chi
Ein anderes Konzept, das wichtig ist, um Tai Chi zu verstehen, ist das von Chi, oder auch Energie, denn durch die Ausübung von Tai Chi verläuft ein roter Faden: die Entwicklung,
Speicherung und der Umlauf von chi-Energie im Körper.
Die Chinesen betrachten chi als unsichtbare energetische Kraft, die durch den Körper verläuft, um ihn am Leben zu erhalten. Sie glauben, dass wir mit einer bestimmten Menge dieser
Lebensenergie geboren sind, dem so genannten pränatalen chi, das gespeichert ist im tan tien, einem Zentrum geistiger Energie, das sich ca. drei Finger breit unter dem Bauchnabel befindet. Diese Energie wird im
Verlauf des Lebens langsam verbraucht, aber sie wird auch wieder aufgefüllt durch Nahrung und Luft, so genanntes postnatales chi.
Die Energie oder chi verläuft durch den Körper entlang der unterschiedlichen Meridiane. Nach der Meinung alter chinesischer Gelehrter sind dies die Wege entlang den Blutbahnen,
über die durch ein weitverzweigtes Netz Energie zu den Organen geführt wird. Im Tai Chi wird das postnatale chi zum tan tien übertragen, wodurch der Energieschwerpunkt tiefer gelegt und die Körperhaltung ins
Gleichgewicht gebracht wird. Körper und Geist werden ruhig und ausgeglichen, alle Bewegungen werden elegant und harmonisch.
Wie kann ich zu Hause weiter von dem Erlernten profitieren?
Die ersten Jahre werden Sie sich damit beschäftigen, die Bewegungen und Formen von Tai Chi Tao zu erlernen und zu verinnerlichen. Diese Bewegungen werden mit der Zeit sehr
natürlich ausgeführt. Sobald Körper und Geist in Harmonie zueinander sind, werden die Bewegungen wie von selbst ablaufen und fließend ausgeführt. Dies erfordert viel Übung, Konzentration und Geduld.
Ein chinesischer Grossmeister erzählte irgendwann einmal:
„In meinem Leben habe ich mehr als 150 Formen erlernt. Davon habe ich mehr als 100 vergessen; von den restlichen 50 kann ich lediglich einige Bewegungen jeder Form ausführen
und 12 beherrsche ich mehr oder weniger; ich denke, dass ich von diesen 12 Formen 3 beinahe vollständig beherrsche. Wenn ich mein Leben noch einmal wiederholen könnte, würde ich es vollkommen diesen drei Formen
widmen- die anderen waren nur eine Ablenkung.“
Zusammenfassung der Tai Chi Woche
Das Erlernen aller Bewegungen ist an sich schon eine faszinierende Erfahrung, aber das Geheimnis von Tai Chi verbirgt sich nicht darin, stets mehr Bewegungen oder Formen zu
erlernen, sondern in einem tiefen Verstaendnis und der Einsicht in die Bewegungen die Sie ausüben. Nicht das Lernen sondern das tatsächliche Ausüben von Tai Chi schenkt uns Vorteile.
Eine Taichi Ubung von 5 Minuten, die konzentriert und harmonisch ausgeführt wird liefert ein besseres Resultat als eine Stunde Tai Chi-Übungen ohne Gefühl. Beim Tai Chi geht
es nicht um die Technik sondern um das sich in Einklang fühlen mit sich selbst in den Bewegungen und durch die Bewegungen, die man ausübt. Es geht darum, die Harmonie in unserem Körper zu fühlen, sich dadurch stark
zu fühlen wie ein Bambusstrauch, der starkem Wind widerstehen kann und dennoch nicht abbricht. Stark im Boden verwurzelt zu sein und dennoch flexibel, um alle Situationen zu meistern, das ist es, was Tai Chi uns
schenken kann, wenn wir es in unser tägliches Leben integrieren und nicht nur als gymnastische Ubung betrachten. Die Ausübung von Tai Chi sollte so gewöhnlich sein wie atmen. Wenn Tai Chi einen wichtigen Platz in
Ihrem Leben einnimmt, werden Sie schon schnell erste Ergebnisse spüren. Eine der wichtigsten Regeln ist, dass Sie Ihren Körper mit Liebe behandeln und nichts erzwingen. Lassen Sie sich nicht durch Ihren Verstand
sondern durch Ihren Körper leiten. Versuchen Sie den Signalen zu folgen, die Ihnen Ihr Körper gibt. Negieren Sie kein Körpersignal, dadurch dass Sie alles relativieren. Wenn Ihnen Ihr Körper ein Zeichen gibt,
dann hat das seien Grund und es ist klug, auf dieses Zeichen zu hören, bevor Blockaden entstehen.
Verwenden Sie keine Energie darauf, Ubungen perfekt ausüben zu wollen. Die fliessenden Bewegungen kommen von selbst, wenn der Körper dafür bereit ist. Wenn der Körper sich
in Harmonie fühlt, dann werden auch die Bewegungen harmonisch ausgeführt.
Nehmen Sie sich vor jeder übung ein paar Minuten Zeit, um eine regelmäsige Atmung zu erreichen. Atmen Sie tief durch die Nase ein und aus und lassen Sie Ihre Schultern
locker hängen. Führen Sie die Bauchatmung aus. Ihr Bauch ist rund, wenn Sie einatmen und flach, wenn Sie ausatmen.
Die Fünf- Elemente-Bewegungen, die Sie in dieser Woche erlernt haben können Sie an Hand der Fotos nachvollziehen. Führen Sie vor Beginn der Übungen immer ca. ________ einige
Aufwärmübungen in Form harmonischer Koerperbewegungen durch.
Literatur: Waysun Liao; Die Essenz des Tai Chi; Knaur- Verlag; ISBN 3-426-86129-1
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